NextGen verändert Mode radikal
21. November 2025, Madlyn Matthies

Key Insights

– Gen Z und Gen Alpha werden in wenigen Jahren fast die Hälfte der Modeausgaben bestimmen und dabei radikal anders shoppen als jede Generation zuvor.

– Influencer:innen ersetzen klassische Promis, Micro-Creator gewinnen an Macht, und digitale Sichtbarkeit wird zum wichtigsten Statussymbol einer Marke

– Junge Käufer:innen nutzen KI überraschend oft beim Shoppen

– Fast die Hälfte der Gen Z und Gen Alpha fordert individuelle Empfehlungen und echte Beziehungspflege statt klassischer Massenkommunikation

Bildquelle: pinterest

Die Zukunft der Mode gehört der jungen Generation: Laut einer neuen Studie der Boston Consulting Group (BCG) und Women’s Wear Daily (WWD) werden Gen Z und Gen Alpha in den kommenden zehn Jahren rund 40 % der globalen Modeausgaben verantworten. Dabei geben sie mehr Geld für Kleidung und Schuhe aus als jede Generation zuvor und sie verändern, wie Mode erlebt, kommuniziert und konsumiert wird.

Mehr Budget für Mode

Die jungen Generationen investieren deutlich mehr in ihren Kleiderschrank als ihre Vorgänger: Sie geben sieben Prozent mehr ihres verfügbaren Einkommens für Kleidung und Schuhe aus. Dabei entwickeln sie völlig neue Einkaufsgewohnheiten, die für Marken sowohl eine Herausforderung als auch eine enorme Chance darstellen.

Künstliche Intelligenz als Shopping-Begleiter

Mode ist für viele junge Konsumenten das Einstiegstor zur Nutzung von KI-Technologie. Beeindruckende 41 Prozent der Gen Z und Gen Alpha nutzen wöchentlich künstliche Intelligenz beim Fashion-Shopping. Deutlich mehr als ältere Generationen mit 34 Prozent. Sie setzen KI ein, um neue Trends zu entdecken, Styling-Tipps zu erhalten, Outfits zu visualisieren und Preise zu vergleichen. Die Technologie wird damit zum vertrauensvollen digitalen Einkaufsberater.

Bildquelle: pinterest

 

Social Media als Markenbühne

Die Entdeckungsreise zu neuen Brands verläuft heute digital: Gen Z und Gen Alpha setzen 1,5-mal stärker auf Social Media zur Markenentdeckung als frühere Generationen. Influencer:innen haben dabei den gleichen Stellenwert wie Prominente und Micro-Influencer:innen mit unter 100 000 Follower:innen sind fast ebenso einflussreich wie Personen mit Millionenpublikum.
Für viele junge Käufer:innen definiert digitale Sichtbarkeit den Status einer Marke: Followerzahlen und Engagement sind neue Symbole für Relevanz.
Die Grenzen zwischen digitalem Creator und traditionellem Celebrity verschwimmen zusehends. Engagement-Raten und Community-Interaktion zählen heute mehr als reine Reichweite. Doppelt so häufig wie ältere Generationen lassen sich Gen Z und Gen Alpha von Influencer-Content zum Kauf inspirieren. Authentische Empfehlungen schlagen klassische Werbung.

 

Treue zum Produkt statt zur Marke

Die neue Generation kauft nicht mehr aus Gewohnheit. Mit 20 Prozentpunkten Unterschied zu älteren Käufern wechseln junge Konsumenten deutlich häufiger zwischen Marken. Was zählt, ist das einzelne Produkt: es muss besonders sein, eine Geschichte erzählen und emotional berühren.
Gleichzeitig steigen die Erwartungen: Knapp die Hälfte der Gen Z und Gen Alpha wünscht sich individuelle Betreuung und auf sie zugeschnittene Empfehlungen. Marken müssen lernen, nicht nur zu verkaufen, sondern echte Beziehungen aufzubauen, personalisiert und auf Augenhöhe.

 

Fazit für die Branche

«Jüngere Konsumenten repräsentieren eine der stärksten Kaufkräfte in der Mode, sind aber gleichzeitig am schwierigsten zu gewinnen und zu halten», erklärt Mrin Nayak von BCG. Ihr Einkaufsverhalten sei fluide und unvorhersehbar, getrieben von der Suche nach Marken, die ihre Werte und Identität widerspiegeln.
Die Studie basiert auf einer Befragung von über 9.000 US-Konsumenten und der Analyse von mehr als 50.000 Social-Media-Posts. Sie macht deutlich: Wer die jungen Generationen erreichen will, muss Authentizität, Personalisierung und digitale Innovation in den Mittelpunkt stellen.

*Bildquelle Header:

pinterest.com